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Ortsunabhängiges Arbeiten

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht manchmal Lust hätte, einfach alles hinzuwerfen. Hinzuwerfen und zu gehen. Frei nach dem Motto: „Scheiß drauf, ich wird Prinzessin!“

Nur ganz so leicht geht es dann meistens doch nicht. Irgendwie wollen Rechnungen bezahlt werden, du kennst bestimmt das Gefühl, etwas essen zu wollen. Mal ganz abgesehen davon, dass man krank werden kann, oder, oder, oder. Die Liste könnte unendlich fortgesetzt werden.

Auf die eine oder andere Weise geht es dir wahrscheinlich wie mir –­ du musst Geld verdienen. Doch warum eigentlich nicht auf eine angenehme Art? Von unterwegs aus zu arbeiten, ist heutzutage nicht mehr unmöglich. Ganz im Gegenteil, ­ es wird immer bekannter und beliebter. Vielleicht fragst du dich jetzt, wie man zu einem ortsunabhängigen Job kommt?! Genau darauf und welche Vor- bzw. Nachteile es hat, erzähle ich weiter unten.

Wie ich zum ortsunabhängigen Arbeiten gekommen bin

Einen Wunsch haben vermutlich alle digitalen Nomaden gemeinsam. Sie wollen frei sein und ein selbstbestimmtes Leben führen. Ganz im Gegensatz zu der weitverbreiteten Meinung, wir wollten nicht arbeiten, habe ich viel mehr den Eindruck, die meisten von uns arbeiten mehr, als wenn sie 40-Stunden die Woche im Angestelltenverhältnis arbeiten würden. Zumindest am Anfang. Aber das ist auch nur nebenbei bemerkt.

Bei mir war das so… Ich wollte gar kein digitaler Nomade werden und bin da eher zufällig „reingerutscht“, wie man so schön sagt. Bis im Jahr 2018 war ich ganz normal im Angestelltenverhältnis und habe nebenher ein Fernstudium zur Übersetzerin absolviert. Nach dem Studium habe ich mich nebenberuflich selbstständig gemacht, denn ich wollte mich gerne ausprobieren. Dann kam ein längerer Trip durch Europa und ich merkte: „Oh wie praktisch, ich kann meine Arbeit ja einfach mitnehmen.“ Auch wenn es damals nur kleine Aufträge waren, es hat mir gut gefallen, beides (das Reisen und Arbeiten) miteinander verbinden zu können.

Nach dem Trip kehrte ich kurzzeitig nach Deutschland zurück. Mein damaliger Partner war Argentinier und wollte zurück in seine Heimat. Da ich Land und Leute bereits kannte und mir das gut vorstellen konnte, bin ich mit ihm gegangen und zur Auswanderin geworden. Auch hier kam mir die Ortsunabhängigkeit wie gerufen, denn alles, was ich brauchte waren Internet und Laptop.

Meine Aufträge haben sich im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen geändert. Inzwischen übersetze ich nicht mehr, sondern habe mich als Expertin für Copywriting und Suchmaschinenoptimierung positioniert.

Wenn ich, wie dieses Jahr, umziehen oder meine Familie und Freunde in Europa besuchen möchte, muss ich mir keine Gedanken um meinen Job machen, das ist für mich eine riesige Erleichterung. Genau darauf werde ich jetzt etwas genauer eingehen: Was sind die Vor- und was die Nachteile?

Was macht denn jetzt das ortsunabhängige Arbeiten aus?

Viele haben das Bild mit dem Laptop am Strand vor Augen. Wenn wir ehrlich sind, sieht es in der Realität eher selten so aus.

Vorteile

Ein ganz klarer Vorteil ist es, nicht an einen fixen Ort gebunden zu sein. Wenn nicht gerade Corona herrscht, kann man heute in Argentinien, nächsten Monat in Deutschland und danach in Australien sein. Das ist natürlich nur ein Beispiel. Viele digitale Nomaden tummeln sich beispielsweise auch in Südostasien.

Durch flexible Arbeitszeiten kann man auch zwischendurch mal eben einkaufen, einen Kaffee trinken gehen oder direkt im Kaffee arbeiten (wer’s mag) oder ins Meer springen und sich abkühlen. Das sind nur Beispiele, natürlich ist das bei jedem ganz unterschiedlich.

Auch das Arbeitspensum kann variieren. Es wird immer Phasen geben, in denen es besser läuft und du vielleicht auch dein Wochenende „opfern“ musst, weil du einen großen Auftrag hast, der fertig werden muss. Genauso wie es Zeiten geben wird, in den du weniger Arbeit hast und für Dinge nutzen kannst, die liegen geblieben sind. Ich denke, dieses „Phänomen“ kennt jeder Selbstständige.

Man trifft neue Leute. Dieser Vorteil ist für viele auch gleichzeitig ein Nachteil. Nicht jeder mag es, ständig andere Leute um sich zu haben.

Nachteile

Wie alles, hat auch ortsunabhängiges Arbeiten seine Nachteile.

Dadurch, dass man weltweit arbeiten kann, hat man kein wirkliches Büro, das man sich einrichten kann, auch wenn du in einem Co-Working-Space arbeitest. Wie bei den Vorteilen schon erwähnt, das Umfeld wechselt öfter. Und mit Umfeld meine ich nicht nur den Ort, sondern eben auch die Menschen um dich herum. Klar, man kann lange oder länger am gleichen Ort bleiben, dann weißt du, wo du einkaufen kannst, doch andere werden weiterreisen, neue Menschen kommen an. Das ist nicht jedermanns Sache.

Sei dir bewusst, dass du nicht mal eben auf einen Kaffee bei deinen Eltern oder guten Freunden, die in Deutschland sind, vorbeikannst. Klar ist es möglich, so oft du magst, nach Deutschland zu fliegen, schließlich bist du ja an keinen Ort gebunden, aber es geht eben nicht mal schnell nach der Arbeit.

Auch die Zeitverschiebung, je nachdem wo auf der Welt du dich befindest, kann ein Problem sein. Etwa dann, wenn der Kunde dich für ein bestimmtes Zeitfenster am Tag braucht. Es wird immer wieder (schwierige) Situationen geben, in denen du dir vielleicht wünschen würdest, einfach daheim zu sein. Vielleicht bist du auf dich allein gestellt, sei es mit Krankheit, Visaanträgen, was auch immer. Es ist gut, sich im Voraus darüber bewusst zu sein, damit es dich nicht völlig unerwartet überrumpelt.

Fazit

Das ortsunabhängige Arbeiten hat ganz klare Vorteile. Doch nicht alles was glänzt, ist Gold. Wie wir gesehen haben, gibt es auch einige Nachteile, mit denen man klarkommen muss. Ich denke, nicht für jeden eignet sich die Ortsunabhängigkeit. Denn einige wollen eine fixe Homebase, ein gemütliches Büro und ein planbares Leben. Dies ist als digitaler Nomade nicht oder nur bedingt möglich.

Falls du weitere Fragen zum ortsunabhängigen Arbeiten hast, dann schreibe mir gerne ein E-Mail an: info@annikatag.de oder nutze das Kontaktformular.

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